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Ein Blick durch "Rauschbrille" schreckt ab Drucken E-Mail
PRESSE 2009
Geschrieben von: URSULA BÖTTCHER   
Dienstag, 30. Juni 2009 um 10:22 Uhr

Artikel aus der Göppinger Zeitung (NWZ) vom 29.06.2009:

Aktionstag im Göppinger Stauferpark soll junge Autofahrer für Gefahren sensibilisieren

Mit einem Aktionstag wandte sich jetzt im Göppinger Stauferpark die Verkehrspräventionsallianz an junge Autofahrer. Simulationen, Schauübungen und ein Parcours sensibilisierten für Gefährdungen.

Mit dieser Brille wird die Welt zum Feind. Man weiß zwar, was man eigentlich tun will, doch der Kreidestrich auf dem Asphalt und die eigenen Füße wollen einfach nicht zusammentreffen. Unverständlich bleibt auch die Aufforderung, um einen Kegel herumzulaufen. Was soll das heißen? Es sind doch zwei Kegel, die sich da vor einem auftun!

Ja, man verändert sich schon gewaltig, wenn man sich die Rauschbrille auf die Nase setzt. Sie macht aus einem völlig nüchternen Menschen von einer Sekunde auf die andere einen, der etwa 1,3 Promille Alkohol im Blut hat.
"Schrecklich", fand Tatjana Fuchs ihre Erlebnisse mit den besonderen Augengläsern. Die 19-jährige Ebersbacherin und ihr Bruder nutzten wie viele andere junge Erwachsene auch den Aktionstag vor der Werfthalle im Göppinger Stauferpark, um sich über Gefahrenpotenziale zu informieren.

Der Unfallwagen - ein ganz und gar echter - am Stand der Verkehrswacht illustriert diese Gefahren auf mehr als eindringliche Weise. Dem bitteren Text der fingierten Todesanzeige für den Fahrer lässt sich entnehmen, dass außer ihm noch fünf andere Menschen bei dem Verkehrsunfall starben.
Ähnliches passiere in Deutschland rund 5000 Mal im Jahr, heißt es weiter.

Prävention tut also not. "Wir wollen junge Autofahrer sensibilisieren", nannte so auch Karl-Heinz Hild, der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, den Hintergrund für den Aktionstag, zu dem ein Dutzend Vereine, Organisationen und nicht zuletzt die Polizei einluden. "Sehr zufrieden", kommentierte er das ständige Kommen und Gehen auf dem Dr.-König-Platz.
Besonders freute es ihn, dass viele Eltern ihren schon Auto fahrenden Nachwuchs ins Schlepptau genommen hatten. Der Termin habe in ihrer Familie schon lange im Kalender gestanden, erzählte so auch die Mutter des 17-jährigen Maurice Possinke. "Das hätte ich so nicht gewusst", fand der Fahranfänger, als er sich aus dem Wagen befreit hatte, mit dem das Überschlagen simuliert wurde. Trainer Torsten Rühle legte ihm und dem Pulk um sich herum noch einmal dringend nahe, den Gurt immer ganz nah am Körper festzuzurren. "Sogar ein Amulett kann stören", warnte er.

Ein paar Schritte weiter konnte man sehen, warum. Wenn man sich nicht richtig anschnallt, kann der Airbag "zur Waffe" werden, erklärte Hermann Nagl aus Ebersbach. Anschaulich wurde dies mit der Melone, die als Kopfersatz zehn Meter weit übers Gelände schoss. Auf der anderen Seite des Platzes konnte man beim "Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr"
eine Alkoholfahrt simulieren. Der junge Esslinger fuhr zuerst Schlangenlinien, bevor es auf dem Monitor kracht. Mit seinen Freunden arbeitete er sich Kreuzchen um Kreuzchen der Verlosung entgegen, bei der man ein Sicherheitstraining, Tankgutscheine oder einen Preisnachlass bei Erste-Hilfe-Kursen gewinnen konnte.



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