Jugendliche jobben für guten Zweck Drucken E-Mail
Mitmachen Ehrensache
Geschrieben von: Klaus Nonnenmacher   
Dienstag, 28. Oktober 2008 um 10:59 Uhr

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung (SZ) vom 28.10.2008:

GÖPPINGEN. Erstmals nimmt der Kreis Göppingen in diesem Jahr offiziell an dem landesweiten Projekt "Mitmachen Ehrensache" teil. Dafür engagieren sich Jugendliche, die einen Tag lang arbeiten und ihren Lohn für einen guten Zweck stiften.

"Jugendliche sind unsere Zukunft. Sie bekommen dabei einen Einblick in die Arbeitswelt und sie setzen sich für jemand ein." Der Süßener Profiboxer Firat Arslan ist der Schirmherr der Aktion "Mitmachen Ehrensache" und hofft auf rege Beteiligung der Schüler an "der guten Sache". Sie sollen sich für den Tag des Ehrenamts, 5. Dezember, für einen Tag einen Arbeitsplatz besorgen. Der Lohn wird einem guten Zweck gespendet. Siebtklässler aus Firat Arslans Heimatstadt Süßen haben von seiner Schirmherrschaft erfahren und sich bereit erklärt, mitzumachen. Und der Exboxweltmeister will auch selbst am 5. Dezember mit Hand anlegen, so es sein Terminkalender zulasse, erklärte er gestern ebenso spontan auf einer Pressekonferenz zur Aktion Mitmachen Ehrensache.
Die Aktion gibt es im Land bereits seit einigen Jahren. Im Kreis Göppingen hatten sich zuvor vor allem das Rechberg-Gymnasium und die Messelbergschule in Donzdorf sowie der Geislinger Jugendgemeinderat um die Aktion verdient gemacht und im Vorjahr knapp 100 Jugendliche mobilisiert, die am 5. Dezember dann mehr als 2300 Euro für einen guten Zweck verdient hatten.

"In diesem Jahr sind mehr als 200 Schüler und mehr als 5000 Euro das Ziel" erklärt Thomas Franz vom Kreisjugendring. Mit der Unterstützung des Kreisjugendamts koordiniert er die Aktion erstmals kreisweit. Unterstützt wird die Aktion von der Industrie- und Handelskammer, von der Hohenstaufenstiftung, dem Albwerk und der Energieversorgung Filstal. "Wir haben gesehen, dass das eine gute Sache ist und wollen diese nun auf eine breitere Basis stellen", erklärt Franz, bei dem die Fäden zusammenlaufen sollen.

Das Aktionsbüro sammelt unter anderem Arbeitsstellen und Arbeitswillige und organisiert daraus so etwas wie eine Jobbörse. Eigentlich sollen sich die Jugendlichen aber ihre Arbeitsmöglichkeiten selbst besorgen. Dafür werben an den Schulen Jugendliche als Botschafter, die unter anderem der Kreisjugendring ausbildet. "Die Jugendlichen bringen die Idee glaubhafter rüber, als wenn wir in die Schulklassen marschieren oder ein Lehrer das übernimmt", erklärt Thomas Franz das Botschafterprinzip. Annika Gubisch hat das schon in den beiden Vorjahren am Rechberg-Gymnasium gemacht und weiß auch, was die Schüler erwartet. "Manche arbeiteten im Vertrieb bei Nuclear Blast, andere in einem Blumenladen, in der Gastronomie, in Apotheken . . .", erklärt sie. Möglichkeiten gebe es viele. Bisher war die Aktion im Kreis Göppingen von Stuttgart aus mitbetreut worden. Dass es nun auf Kreisebene ein Aktionsbüro gibt, mache die Sache einfacher.

Und so werben der Kreisjugendring und das Kreisjugendamt um Mitstreiter. Den Jugendlichen (von 13 Jahren an darf man zwei Stunden jobben, von 15 Jahren an acht Stunden) winkt nicht nur ein schulfreier aber arbeitsamer Tag. "Sie können in die Arbeitswelt reinschnuppern und stärken ihre soziale Kompetenz", sagt Franz. Für manche Teilnehmer früherer Jahre sprang dabei sogar ein Praktikum oder ein Nebenjob heraus. Die Schulen können die Aktion thematisch im Unterricht aufgreifen, die Arbeitgeber lernen mögliche zukünftige Mitarbeiter kennen. "Alle profitieren davon", sagt Franz, nicht zuletzt einige Jugendprojekte im Kreis. Der Erlös soll diesmal an Projekte in Donzdorf, Süßen, Geislingen und Ebersbach gehen.

Nähere Informationen und Kontakte gibt es im Internet unter www.kjr.org und www.mitmachen-ehrensache.de




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